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Arztbrief nach stationärer Behandlung

Nov 23, 2016 4:39 PM

Servus ihr alle.

Sagt mal, wenn ihr nach einem stationären Krankenhausaufenthalt entlassen werdet, habt ihr dann auch so Probleme mit "geschönten" Arztbriefen...? Lasse die immer, trotz stundenlangem Wartens, immer korrigieren. Meist heisst es dann, sie benutzen Textbausteine, da könne schon mal was falsch laufen. Früher ist mir das immer zu spät aufgefallen. Oder mein Hausarzt meinte, der Krankenhausaufenthalt wäre ja wohl ein voller Erfilg gewesen. Aber heute gehe ich nicht nach Hause, bevor der Arztbrief/ das Entlassungsschreiben korrekt ist.
Gruss Frank

Nov 23, 2016 11:02 PM

Ich nehme mir den Arztbrief Zuhause vor und schreibe zu jedem Satz der nicht korrekt ist, meine Objektive Sicht. Diese schicke ich der Krankenkass oder/und der Rentenversicherung und bitte sie, meine korekten Angaben zur Kenntnis zu nehmen.

Dadurch erspare ich mir den Ärger mit dem Arzt und Wartezeit. Wichtig ist, den Brief "an Eides statt" zu bezeichnen.


Meine Korrektur lege ich auch allen vor, bei denen ich in Behandlung befinde, damit sie sich ein richtiges Bild machen können. Die Entlassungsbriefe werden stets zugunsten der Krankenhäuser erstellt, um ihre Daseinsberechtigung zu untermauern. Wie bei den Gutachtern, die meist zugunsten ihrer Auftragsber diagnostizieren, damit sie ihre Geldquelle nicht verlieren.

Ich hatte mal einen Situation, wo es wichtig war, eine korrekte Diagnose zu erhalten. Eine korrektur des Entlassungsbriefes wurde nicht vorgenommen, da es angeblich keine gesetzliche Regelung dafür gäbe. Ich bin dann Mitglied beim VdK Sozialverband geworden. Die nahmen sich meines Falles an. Ergebnis: ich habe gewonnen und mein Behinderungsgrad wurde entsprechend meiner Arztbrief - Korrektur anerkannt.

Ich rate daher jedem, sich eines Sozialverbandes anzuschließen. Die sorgen dann dafür, dass Ihr euer Recht bekommt.

Nov 24, 2016 5:22 PM

Gut zu wissen.mit Krankenhäusern hab ich noch keine wirklichen Erfahrungen gemacht,bin aber auf dem Weg mich für eine zweite Meinung stationär aufnehmen zu lassen.dann kann ich den Tipp gut brauchen. Vielen Dank 👍🏻😽

Nov 25, 2016 12:02 PM

Es ist für die Krankenhäuset und Ärzte wichtig vor den Krankenkassen zu dokumentieren, dass sie gut gearbeitet haben. Aber wenn mir ein Krankenhausaufenthalt nichts bringt, ist es ja nicht zwangsläufig die Schuld der Ärzte. Trotz allem habe ich aber noch nie den Fall erlebt, dass in einem Arztbrief der andere Fehler, nämlich dass es mir schlechter gehen würde, obwohl es mir besser geht. Theoretisch, nach dem Zufallsprinzig, müsste das doch auch passieren. Aber es passiert nicht. Immer wird der Abschlussbericht geschönt. Auch wenn ich im Abschlussgespräch gesagt habe, dass ich keine Veränderung spüre, dann im Bericht steht, dass es mir besser ging, ich den oder die Arzr/Ärztin anspreche, dann heisst es, "... Ja das hätten Sie uns dann sagen müssen...", obwohl genau das im Gespräch eigentlich geklärt wurde. Dachte ich zumindest.
Welche Konsequenzen das für den einzelnen Patienten bedeutet, egal. Hauptsache, die Statistik stimmt. Das ist mein Verdacht.
Schade eigentlich, denn während der Behandlung geben sich diese Ärzte wirklich viel Mühe. Vermute, sie bekommen Druck von oben.

Nov 27, 2016 3:00 AM

Es ist unerheblich, ob der Arzt Druck erhält oder nicht. Er ist verpflichtet, wahrheitsgemäß den Bericht anzufertigen. Wenn ich sehe, dass etwas mit dem Entlassungsbericht nicht stimmt, fertige ich Satz für Satz meinen objektive empfundenen Gegenbericht an und sende ihn zur Kenntnisnahme an die Krankkasse, Rentenversicherung oder Berufsgenossenschaft - jenachdem, wer für mich in diesem Fall zuständig ist. Nur so kann man der Manipulation ein Ende setzen oder sie zumindest eingrenzen. Wenn alles nicht greift, sende ich den Beicht an die Ärztekammer oder/und an die Kassenärztliche Vereinigung. Jenachdem wie wichtig eine Richtigstellung für dich ist. Z.B für schwerbehindertenangelegenheiten.

Nov 27, 2016 6:35 PM

Also ist euch das auch schon passiert. Gott sei Dank. Sorry für euch, aber ich dachte schon, ich wäre der Einzige....

Nov 28, 2016 12:19 AM

Die Dunkelziffer ist sehr hoch, weil viele sich das einfach gefallen lassen oder nicht ahnen, wie wchtig ein korrekter Entlassungsbericht und Arztbrief werden kann.
Wenn man sich nicht gegen eine falsche Diagnose stellt, wird immer eine falsche Diagnose gestellt werden. Das wäre verherend. Für den Patienten und oft lohnend für den Berichterstatter.

Nov 28, 2016 7:24 PM

Reicht es denn eine eigene Stellungnahme dem Brief beizulegen? Oder wird man nur belächelt und nicht ernst genommen?

Nov 29, 2016 1:06 AM

Völlig egal, ob die lächeln. Wichtig ist, dass sie es aufnehmen müssen!
Darum immer per Einschreiben mit Rückschein versenden.

Bei evtl. Streitigkeiten hilft es auf jeden Fall. Es kann nicht ignoriert werden.
Ich war in einer Klinik und im Entlassungbericht wurde behauptet, ich hätte an allen Maßnahmen erfolgreich teilgenommen, obwohl ich wegen meiner Schmerzen nicht dazu in der Lage war. So erhielt ich angeblich 10x Massagen, es waren aber nur 3x. Oder, ich hätte an Wanderungen teilgenommen, obwohl nach etwa zwei Minuten wegen Schmerzen wieder zu Bett ging.

Ich wäre bis zu 6 Stunden arbeitsfähig, obwohl ich weder länger als fünf Minuten stehen oder sitzen kann und meine Arme nur noch bis 45 Grad strecken kann. Bei Antrag auf Fesstellung eines Behindertenausweises wurde der Grad von einst 80 auf 50 zurückgestuft. Meinem Widerspruch legte ich meine Aufzeichnungen an Eides statt bei. Und siehe da, ich erhielt einen GdB von 90. Es ist mir also sch... egal, ob die mich belächeln, wenn ich am Ende davon profitiere, dass ich nicht alles hinnehme, was die so über mich diagnostizieren. Den private Aufzeichnungen werden vor Gericht akzeptiert. Schönen schmerzfreien Tag noch.

Perrie

Nov 29, 2016 6:44 AM

Habe mal einen Arztbrief erst nach Monaten bekommen. Da wollte mir nicht mal mein Hausarztt glauben. Da habe ich aus der Praxis heraus in der Klinik angerufen und gesagt, ich hätte mich beim Wandern verletzt und bräuchte eine Bescheinigung für den Anwalt. Da wurde die Frau in der Klinik richtig ungehalten, denn die Wander-Therapie war ja wegen Urlaubes des Therapeuten ausgefallen. Im Arztbrief stand aber, ich hätte zweimal die Woche daran teilgenommen.
Da hat auch mein Hausarzt etwas dazugelernt.
Es muss ein Bewertungssystem innerhalb der Klinik geben, sonst würden sie nicht sowas schreiben.

Nov 29, 2016 6:47 AM

Das Schlimmste daran war aber, dass ich jetzt als belastbar eingestuft wurde, obwohl ich immer spätestens nach einer halben Stunde eine Pause brauchte. Das kann wirklich üble Konsequenzen haben. B

Nov 29, 2016 11:36 PM

Deiner Zeichnung nach könntesr du am Migräne, Bandscheibenvorfall und einer beginnenden Hüftgelenksarthrose leiden. Suche dir evtl. einen anderen Arzt. Und lege evtl. Widerspruch gegen dies Feststellung ein. Begründe genau, warum du nicht voll arbeitfähig bist. Füge alle Unterlagen als Kopie bei,die deine Arbeitsunfähigkeit begründen könnten. Vorallem regelmäßig zum Arzt gehen! Sollte alles nicht helfen, empfehle ich, den VdK Sozialverband. Als Mitglied setzten die sich gegen 4.50 Euro moatl. Deine Rechte durch. Bei mir hat es geklappt. www. vdk.de Antrag kannst du auch online ausfüllen. Das ist keine Werbung, ich möchte nur darauf hinweisen, dass die einfach klasse sind. Schönen Schmerzfreien tag noch HG perrie

Nov 30, 2016 7:10 AM

Hatte zwei unschöne Unfälle mit dem Auto. Was jetzt noch schmerzt sind Kopf und Rücken. Hatte mehrere Wirbelbrüche mit Bandscheibenprothesen und Versteifung, ein Schädelhirntrsuma und später eine bakterielle Hirnhautentzündung mit diffusem Dauerkopfschmerz und bleibenden Cluster. Habe jetzt eine Morphinpumpe von Medtronic und komme langsam wieder ins normale Leben zurück.
Dieser Arztbrief liegt schon ein paar Jahre zurück. Mir ging es nur darum, ob ich der Einzige bin, dem sowas passiert, oder ob das System hat. Man zweifelt irgendwann an sich selbst. Gerade die Umstellung, von anderen eine Wesensänderung genannt, nach dem Schädelhirntrauma zieht einem Füsse und Boden gleichzeitig weg....

Nov 30, 2016 7:12 AM

Sorry, Finger zu schnell. Vielen Dank für Deine Tips. Speziell der mit dem VdK.
Gruss Frank

Nov 30, 2016 11:30 PM

Gerne. Ich wünsche Dir eine möglichst schmerzfreie Zeit. Gelassenheit und gute Ärzte.
Zu Weihnachten und für das neue Jahr 2017. Ich muss am 07. mal wieder in die Schmerz Klinik für etwa 3 Wochen. (St. Josef in Wuppertal Elberfeld). Werde Euch berichten, wie es mir dort ergeht.

Liebe Grüße an alle Leidensgenossen

Perrie

Nov 30, 2016 11:34 PM

Danke Dir. Meine OP wurde ins nächste Jahr verschoben. Danach dann wieder Reha. Vielleicht hilft es diesmal. Die Hoffnung stirbt Zuletzt. Muss nur wieder die Nacht durchstehen.
Gruss Frank

Dec 02, 2016 1:42 AM

Gestern erhielt ich den Entlassungsbericht von meinem letzten Klinikaufenthalt, da dieser von der Klinik velangt wird, wo ich nächste Woche aufgenommen werde. Und siehe da, ich habe angeblich an allem teilgenommen, was die Klinik anbot und die Kassen bezahlen. In Wirklichkeit konnte ich an Entspannung, Ernährungslehre usw. wegen meiner starken Schmerzen nicht teilnehmen. Im Bericht steht ich solle nach dem Klinikaufenthalt die Tagesklinik zur weiteren Behandlung täglich aufsuchen. Die Klinik ist in Essen, ich wohne in Düsseldorf und habe kein Auto. Auch schaffe ich den langen Weg ohnehin nicht.

Insgesamt sagt der Brief aus, dass ich wieder geheilt sei und nur die Tagesklinik diesen Zustand erhalten könne. Drei Jahre zuvor war ich schon mal in dieser Klinik. Wenn ich beide Entlassungsberichte vergleiche, kann ich vermuten, dass der letzte sich nur durch das Datum des vorigen Entlassungsbericht unterscheidet. Kein Wort über meine anhaltenden Schmerzen, kein Wort darüber, dass ich nur mit Rollator gehen konnte, kein Wort, dass ich suizidale Gedanken ansprach und am Entlassungstag sagte, dass ich immer noch nicht länger als 10 Minuten laufen kann usw...

Jetzt soll ich diesen Entlassungsbericht für meinen nächsten Klinikaufenthalt in Wuppertal vorlegen. Ergebnis: man wird ihn als Grundlage für die Behandlung nehmen und im neuen Entlassungsbericht übernehmen. Spart Zeit, Geld und Arbeit. Ich könnte kotzen. Ich werde den Entlassungsbrief nun als Grundlage für meinen Widerspruch nehmen und der Krankenkasse zuleiten. Im Gespräch mit den Ärzten der Wuppertaler Klinik, werde ich darauf hinweisen, dass der essener Brief nicht den Tatsachen entspricht.
Wie sonst sollte man sich wehren. Denn alle Kliniken gleichen ihre Behandlungsergebnisse kassenkonform an, um ihre Daseinsberechtigung zu untermauern.

LG
Perrie
Allen einen schmerzfreien Tag.

Dec 02, 2016 4:53 PM

Und dann kommt von den Kliniken der Verdacht auf, man will nicht gesund werden.
Ich habe einer Bekannten mal versucht zu erklären, dass ein chronischer Schmerz etwa so ist, wie wenn man vom Zahnarzt den Zahn aufgebohrt bekommt und hofft, dass es nicht zu lange dauert, denn danach hört es ja auf. Nur, dass es eigentlich nie aufhört und man uns Strategien beibringen will, wie man damit umgeht. Und dass wir fühlen, wie hilflos sie sind.
Ich wünschte, es gäbe auch in Deutschland die Möglichkeit, wie in Belgien, in Würde abtreten zu dürfen. Stelle es mir für die Angehörigen schlimm vor, wenn das ausserhalb des Krankenhaus passieren würde. Mit allen Details.

Bevor das Geschrei losgeht, ich kann mir nicht vorstellen, dass es chronische Schnerzpatienten gibt, die noch nicht über einen Notausstieg nachgedacht haben.
Wenn ich mir vorstelle, wie lange ich für adäquate Medikamente gekämpft habe, wie sehr mir die gegnerischen Anwälte Knüppel zwischen die Beine geworfen haben, um dann gesagt zu bekommen, was ich zu tun habe, damit ich nicht ende wie.... , ich aber schon an diesem Endpunkt bin, um dann in Gesichter zu schauen, die sich gar nicht vorstellen können. Und dann noch fragen, warum kämpfst Du nicht für .... ? Vielleicht, weil ich einfach keine Kraft mehr habe?
Glaube, die Menschen draußen kennen sich mit Alien besser aus, wie mit Schmerzpatienten.

Dec 03, 2016 3:19 AM

Da gebe ich Dir volkommen recht. Ich denke täglich über den "Notausstieg" nach. Bisher war ich entweder zu feige, ihn zu benutzen oder die Angst vor dem Ungewissen und die Liebe meiner Frau und deren Familie zu mir hielt mich davon ab und ich denke dann: wenn doch nur die blöden Schmerzen nicht wären, wäre ich der glücklichste Mensch auf Erden. Aber ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass man eben nicht alles haben kann. 🤕

Dec 03, 2016 5:51 AM

Könntest Du mich mal privat kontaktieren...? Meine zweit Email ist Mail-an-210602@gmx.de. Würde Dir dann heute Abend antworten.
Gruss Frank

Dec 03, 2016 9:02 AM

Nur so zur info: keine Krankenkasse bekommt vom Krankenhaus einen arztbrief! Das wäre ein Verstoß gegen den Datenschutz! Ausschließlich der mdk ( medizinische Dienst der Krankenkasse) erhält auf Nachfrage medizinische Unterlagen!

Dec 03, 2016 12:46 PM

Aha. Ist mir neu. Danke für die Info. Dachte bisher wirklich, das sie die Unterlagen bekommen. Machen das die Krankenhäuser dann um bei den Ärzten besser da zu stehen...? Warum, wenn nicht für die Krankenkassen, irren Sie dann immer zu ihren Gunsten? Halten die mich für einen Simulanten, oder jemand der übertreibt? Ich sehe einfach kein Sinn dahinter, warum sie schreiben, dass es mir besser geht, obwohl es keine Bessetung geben kann, wenn sie selbst sagen, es brauch mehrere Wochen, bis man ein Ergebnis spürt? Dann könnten sie doch schreiben, "wir wissen nicht ob es besser wird, aber wir gehen davon aus." Bei fast jedem Arztbrief steht aber, dass ich toll mitgearbeitet habe und es zu einer Besserung kam. Es verlangt doch niemand, das es besser wird. So kann der überweisende Arzt dann sagen, gut, dies hat nicht funktioniert, dann etwas anderes....
Nochmals danke für die Info.
Und Perrie, schreibe mir bitte eine Nachricht...

Dec 04, 2016 8:12 AM

Bekommen Sie doch!!!
Nämlich durch den MDK!
Ich habe mal einen Auszug erhalten in dem der Verlauf und die Erkrankung und Zeiten aufgeführt waren. Der Absender war nicht der MDK sondern meine Krankenkasse.

Dec 04, 2016 8:24 AM

Hallo Lastesel, ich wüsste nicht, was ich noch berichten sollte und möchte meine Äußerungen und mein Leid auf diesen Chat beschränken.
Ich wüsste auch nicht, was ich per Mail anders machen würde/könnte.
Nicht böse sein.😎

Morgen muss ich ins Krankenhaus. Werde Euch berichten.
Ich wünsche allen eine zumindest Schmerzreduzierte Zeit.
Perrie

Dec 04, 2016 5:15 PM

Akzeptiere ich. Kein Problem. Hatte mir nur Gedanken gemacht.
Alles Gute für den Aufenthalt...

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