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Die Frage nach dem Sinn

Dec 20, 2016 8:08 PM

Hallo liebes Forum,

Ich fände es sehr interessant von euch zu erfahren, was euch täglich antreibt, trotz Schmerzen und allen schlechten Erfahrungen und Prognosen aufzustehen und mal ganz krass gesagt- weiter leben zu wollen. Also, wo steckt für euch der Sinn des Lebens ? Was macht das Leben für euch trotz - der Krankheit, der Einschränkungen, der unberechenbarkeit, dem Loslassen von eigentlichen lebensvorstellungen - lebenswert? Was gibt euch Kraft und Motivation?

Danke für eure Anregungen und Einblicke!

Dec 21, 2016 1:06 PM

Hallo Stehaufweibchen
das ist eine sehr intressante Frage. Ich würde mir auch manchmal am liebsten mein Bein abschneiden (mein Bein tut mir immer weh) aber natürlich mache ich das nicht. Die meiste Kraft gibt mir meine Familie und mein Freund. Aber es gibt auch ganz kleine Sachen die ein Kraft geben. Man sollte alles positive auffangen und daraus Kraft schöpfen!!!
Liebe Grüße Steffi

Dec 21, 2016 3:20 PM

Bei mir ist es meine kleine Tochter💖
Egal wie schlecht es mir geht oder ich zusammenbreche wenn ich ihr lachen sehe oder generell sie sehe dann geht es mir immer besser😊💖
Ansonsten mein Freund und Vorallem meine Familie.. 💖
Aber trotz alle dem wünschte ich manchmal es wäre vorbei.. und dann könnte ich mich Köpfen dafür das ich sowas jemals Dachte!!

Dec 21, 2016 3:29 PM

Danke für eure Antworten! Blackpearl, das mit deiner Tochter finde ich interessant. Ich bin grade 30 geworden und befürchte dass ich keine kinder bekommen sollte, so traurig es ist ... Ich fühle mich ja so schon überfordert vom Alltag mit den Einschränkungen durch die Krankheiten(ich bin noch dazu eine hochsensible Person, dadurch schnell überreizt) , wie soll ich mich da um ein Kind kümmern können ohne dass es zu kurz kommt? Ich habe da so Angst vor, denn ich 'Versage' ja wegen den häufigen leistungseinbrüchen ja so schon ständig im Beruf und auch bei Freundschaften(ihr kennt das sicher, da kommt nach ein wenig Stress direkt wieder ein Schub und man muss auf der Arbeit oder Freunden wieder mal absagen )
Also ich habe großen Respekt dass du das wuppst! Ich liebe Kinder und ich wünschte, ich hätte doch noch irgendwann Kraft und Stabilität genug um eines zu bekommen. Denn ich weiß wie gut ein kinderlachen tut und ja, es gibt einem Kraft - das merke ich schon wenn ich den kleinen einer guten Freundin auf dem Arm habe und er mit mir lacht :)

Dec 22, 2016 1:07 AM

Mir geben mein Mann, meine Familie und meine Freunde Kraft zum Leben.
Einige Schmerzen sind geringer bzw. verschwinden durch gesunde Ernährung, einen ausgeglichenen Vitamin und Basenhaushalt.
Ich höre auf meinem Körper und betreibe leichten Sport. Das tut dem Körper gut und ich muß weniger leiden.
Leider habe ich bisher auch keine Kinder bekommen aus den Gründen, die schon 'Stehaufweibchen' genannt hat. Ich habe mir stattdessen 2 Katzen als Ersatz zugelegt. Sie machen mich glücklich, aber ob sie Kinder ersetzen können ist fraglich. Zum Glück ist mein Kinderwunsch nicht so extrem ausgeprägt.

Dec 22, 2016 1:53 AM

Hallo ihr Lieben
Ich frage mich auch manchmal was gibt mir eigentlich die Kraft trotz der starken Schmerzen jeden Tag auf zu stehen und zur Arbeit zu gehen.So richtig kann ich gar nicht sagen warum ich das mache ich könnte genauso gut auch zum Arzt gehen und mich krank schreiben lassen.Mit Krankengeld und Krankengeldzuschuss vom Arbeitgeber( gibt es bei mir 2 Jahre) habe ich das selbe Geld raus. Angst um mein Job brauche ich eigentlich auch nicht zu haben.
Aber ich glaube die Lösung ist ganz einfach. Ich bin Erzieherin jedes Kinderlächeln gibt Kraft. Ich habe selbst auch noch keine Kinder und kann es mir zur Zeit aus gesundheitlichen Gründen nicht vorstellen.
Wünsche euch eine schöne, schmerzarme, besinnliche Zeit!

Lg Steffi

Dec 22, 2016 12:32 PM

Hallo Stehaufweibchen

Der einzige Grund, täglich sich aufzuraffen, zu kämpfen und durchzuhalten, ist mittlerweile der :

Das ich, verdammt sein will, wenn diese scheiß (entschuldige bitte), Krankheit, gewinnt.

Ich habe, hier Menschen kennengelernt, wovon schon etliche zu Freunde geworden sind, deren Ansichten und Einstellungen zu der jeweiligen Krankheit und wie anerkennungswert, sie damit umgehen, ist beachtlich.
Sodaß, ich mich manchmal echt schäme, das ich jammere, was manche, hier aus und durchhalten.....

Das allein ist Grund genug, einen Sinn darin zu sehen, weiter zu machen, zu kämpfen und für jeden Tag, den man, fast schmerzfrei verbringen darf, als ein Geschenk zu sehen, kurz um, dankbar zu sein, das bei so manchen Schei...... 😁, unterm Strich, doch zu befinden, das Leben, ist auch mit Schmerzen, lebenswert und manchmal sogar schön 👍
Natürlich könnte man, so manchesmal, alles hin schmeißen und jede Kugel 🔫, als Erlösung, mit Kusshand nehmen.

Und, wer war nicht schon mal, vor diesem Wunsch?

Aber, jetzt komme ich wieder zum Anfang, meiner Aussage 🗨

Dann würde die Krankheit, ja doch gewinnen....
Und, ich bin ein schlechter Verlierer!!!!!!!!!

Lieben Gruß Cleo

Dec 22, 2016 3:47 PM

Liebes stehaufweibchen,
Ich bin 17 Jahre alt... leide seit der Grundschule...
Ich frage mich jedesmal wie ich das schaffe.. ich hab kaum meine Schule geschafft (Wegen der Krankheiten).. vom Sport war ich Langzeit attestiert.. vom schreiben oft befreit müsste dann mit Computer oder iPad gehen um mitzukommen... bin öfter zusammengebrochen... Würde gemobbt usw. Hab mir viel gefallen lassen müssen und anhören können...
Ich finde keine Ausbildung durch meine Krankheiten.. (wollte Landwirtin mit Spezialgebiet Tieren werden) weil ich kaum was machen kann... nun suchen meine Ärzte und ich einen Berg der wenigstens halbwegs zu meistern ist.
Ich breche öfter zusammen..
Und ich bin auch sehr sensibel ich gestehe, es ist wirklich nicht einfach... dir Treppen bekomme ich sie nur schwer hinauf ansonsten trägt sie mir Jemand..
Ich lebe in einem Haus mit Familienbetrieb Also hier sind immer Leute...
Meine mam und mein dad arbeiten beide hier und Unterstützen mich (noch nicht sehr lange.. hat ne Weile gedauert bis sie wenigstens etwas verstanden haben in Sachen Krankheit) mein Freund lernt bei uns.. und ja..
Es ist nicht einfach ich bin wirklich gerädert aber ich tuhe was ich kann um meiner Tochter ein schönes Leben zu geben. Mit allem was normale nicht kranke Menschen mit ihren Kinder machen. Egal wie schwer es mir fällt oder wie sehr ich gerade leide für sie gebe ich alles.
Klar weiß ich das ich wohl nie mit ihr fangen spielen kann oder aktiv auf dem Spielplatz dabei sein kann... aber ich werde tun was ich kann!
Ich kann vielleicht nicht so großartig mit ihr basteln wegen den scheren da mir da die Gelenke rausspringen und ich sie nur 5 min höchstens halten kann.. aber ich kann zumbeispiel kastanien manchen machen da man da 'nur' kleben muss.
Ich werde alles mit ihr machen was sie möchte. Kann es vll nicht so gut wie die anderen oder nicht so lange. Trotzdem gebe ich alles.
Ich werde mit ihr wandern gehen zumbeispiel in einen wildundwanderpark. Dort gibt es Bänke müssen wir halt öfter stopp machen aber da habe ich mir überlegt wenn es soweit ist da mein Vater Jäger ist und ich daran auch sehr interessiert bin ein paar Spiele im voraus zu bereiten und dies dann zu vollziegen oder picknicken oder sonstiges.
Ich werde ihr aber auch nicht verheimlichen das ich krank bin.
Denn irgendwann wird sie es verstehen denke ich.
Wenn sie alt genug dafür ist werde ich mich mit ihr an einen Tisch setzen und ihr erklären das Mama sehr krank ist.. dies aber nichts an der Liebe zu ihr ändert.. oder das ich jetzt anders bin wie andere Mamas. Und das ich immer ihre Mama sein werde und hoffe sie wird es verstehen wenn ich einfsch mehr Pausen brauche.
Vllt versteht ihr was ich meine.

Lügen gewinnen vllt die Sprint,
Aber die Wahrheit gewinnt am Ende den Marathon!

Liebste Grüße the Blackpearl.

Dec 24, 2016 12:59 AM

Schon in dem zarten Alter so krank....und noch ein Kind, da hast du dir viel aufgeladen, aber ein Kind gibt auch Kraft.
Fröhliche Weihnachten 🎄

Dec 28, 2016 11:15 PM

Hallo liebe schmerzgeplagte!

Ich bin 60 Jahre alt und leide seit etwa 35 Jahren an chronischen Schmerzen und seit etwa 10 Jahren an Ganzkörperschmerzen.

Bei mir wurde schon alles diagnostiziert. Am Ende dann die Ausschlussdiagnose FIBROMYALGIE. Ich wurde umgeschult zum Bürokaufmann. Nachdem ich die Prüfung bestanden hatte, bekam ich keine Arbeit - wohl wegen meiner Behinderung (GdB 80) und meines Alters. Schließlich wurde ich auf "Befehl" der Krankenkasse genötigt, Rente zu beantragen, die ich seit 2008 vorzeitig als volle Erwerbminderungsrente erhalte - mit Abzüge.

Ich dachte oft darüber nach, meinem "Leben" ein Ende zu bereiten. Die Liebe meiner Frau und Ihrer Familie zu mir, ließen mich darüber nachdenken, wie ich ihnen zeigen kann, dass ich sie auch liebe. Die Antwort war ebenso spontan, wie es leicht war: ich entschloss mich, am Leben zu bleiben!

Ich suchte mir eine Beschäftigung im Ehrenamtsbereich. Seit einigen Jahren unterstütze ich Senioren und Jugendliche bei Schwierigkeiten, wie z. B. Amt, Schule, Bewerbungstrainig.

2013 wurde ich vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit dem Ehrenpreis für besonderes soziales Engagement ausgezeichnet. Mittlerweile bin ich auch als Mitglied im Beirat für Menschen mit Behinderung in der Landeshauptstadt Düsseldorf und im Seniorenrat tätig. Darüber hinaus noch im Sozialverband VDK im Vorstand. Ich habe einige Semester Journalismus studiert und schreibe als freier Journalist überwiegend über soziale Angelegenheiten - so verschaffe ich mir auch Luft, wenn mich der Schmerz übermannt.

Ich sehe meinen Schmerz nicht mehr als Feind, sondern als eine Art Chance, mein Leben entsprechend danach auszurichten. Ich habe aufgehört, mich ständig als einen geplagten Schmerzpatienten zu outen und dadurch den Weg in die Gesellschaft zurückgefunden.

Wenn man nicht mehr auf Heilung hoffen kann, sollte man alles versuchen, sein Leben entsprechen auszurichten. Jede Kleinigkeit, die einem bei der Linderung hilft, summiert sich am Ende zu einem erträglichen Maß an Schmerz. Ich nehme alles Inanspruch, was mir dazu dient. Schwebehinderungsantrag, Arbeitserleichterungen, Reha und gegebenenfalls Klinikaufenthalte usw. Aber auch Pysio- und Psychotherapie. Denn viele Schmerzen hängen nicht zuletzt mit einer erkrankten Seele und Bewegungsmangel zusammen.

Ich wünsche allen Schmerzgeplagten für das nächste Jahr Einsicht, Mut und Durchhaltevermögen. Viel Glück und vorallem wenig Schmerzen.☺

Dec 29, 2016 12:36 AM

Perrie Hut ab, schöne Geschichte.
Alles Gute für das neue Jahr und ganz viel Kraft in dem was du tust. Viele schmerzarme Tage.

Dec 29, 2016 5:44 AM

Danke für eure Einblicke, mir hilft es zu lesen wie andre damit umgehen. Und ich glaube wir sind allesamt ganz schön stark und widerstandsfähig auf eine ganz besondere Weise.
Euch allen einen guten Start ins neue Jahr mit Glück und viel Liebe!

Jan 03, 2017 5:50 PM

Hallo Stehaufweibchen
Und natürlich auch alle anderen Mitstreiter
Ich zähle auch zum kleinen Volk der Hochsensiblen (juhu endlich jemanden gefunden!!!) und habe einen Sohn der auch hochsensibel ist. Die Schmerzen kamen erst nach der Schwangerschaft,so konnte ich es nicht beeinflussen (ob ich mit den ganzen Beschwerden ein Kind betreuen kann) und erst jetzt bin ich darauf gestoßen dass es das Phänomen Hochsensibilität gibt. Ich habe mich schon immer gefragt warum der einzelne Tag sooo anstrengend ist und ich so viele Pausen brauche und ich auch so viele Kranktage an der Arbeit hatte...jetzt wird es mir langsam klar. Ich mache einen Kurs bei dem sich HSP (also Hochsensible Personen) zusammen treffen und gewisse Strategien lernen...das hilft mir schon sehr. Und dort hab ich auch gelernt dass der Körper über Schmerzen mit dem Zaun(Pfahl) winkt dass er Pause braucht. Nichts desto trotz habe ich täglich Schmerzen und muss Medikamente schlucken. Energie kann ich aus meinem Sohn leider nicht schöpfen da er ja auch HSP ist und damit noch nicht umgehen kann.ich finde das einordnen in die Gesellschaft derart anstrengend...und dann muss ich dem Kind auch noch klar machen dass er so richtig ist wie er ist. Ich weiß nicht ob ich mich anders entschieden hätte wenn ich über den Stand jetzt Bescheid gewusst hätte. Erklär deiner Tochter jetzt schon immermal dass Mama nicht so viel Kraft hat.so kann sie damit aufwachsen und fragt sich dann nicht "was mit Mama nicht stimmt". Auch die kleinen verstehen da schnell. Mein Raphael ist jetzt 9 und er fragt immer wieder ob oder wie stark ich "heute" Schmerzen habe.
Cleo hat aber wie so oft Recht...man darf sich nicht kleinkriegen lassen. Die Scheissschmerzen haben uns was zu sagen...machen wir das Beste daraus. Es wird vielleicht nicht wieder gut aber es wird anders.Ich hab mir vom Schmerz sagen lassen müssen dass ich wohl meinen Beruf an den Nagel hängen sollte obwohl ich es gerne tue(Physio). Durch die Hochsensi nehme ich aber alle Sachen die mir die Patienten mitbringen auf und mit nach Hause und das macht mich auch krank. Ist im Moment noch bitter aber was nützt es zurück zu kucken.Leben muss ich vorwärts und zumindest am Horizont stehen 5Tage Diagnostik und vielleicht ne Reha (drückt die Daumen dass sie bewilligt wird).
So man war das wieder viel geschrieben,sorry 😥

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