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Stationäre Schmerztherapien zu kurz: Antidepressiva nicht immer richtig.

Dec 23, 2016 2:56 AM

Ich war in einer Schmerzklinik zur Behandlung chronischer Schmerzen.

Der Arzt nahm sofort eine Meikamentenänderung vor. Habt Ihr das auch schon erlebt, dass man mit Antidepressiva versucht, chronische Schmerzen in den Griff zu bekommen? Bei mir hat es jedenfalls nur Probleme mit den Nebenwirkungen gegeben!

Immer häufiger erhalten Schmerzpatienten derartige Psychomedikamente. Die Gefahr ist für den Patienten besonders gravierend, wenn es sich um klar definierte Diagnosen - wie bei mir - mit standardisierter Therapie handelt, wenn eine medikamentöse Psychotherapie einer Kausaltherapie vorangestellt wird.

Oft kommt es dadurch zu Zuordnungsfehlern, z.B. dass depressive Patienten nicht als solche erkannt werden bzw. nicht-depressive Patienten der Kategorie ,,depressiv" zugeordnet werden. Eine Verfälschung des Zusammenhangs zwischen Schmerzlinderung und Depressivität ist so oft möglich.

Gerade in der Schmerztherapie ist die Reihenfolge "kausale Therapie" vor "symptomatischer Therapie" besonders wichtig. Danach ergibt sich für Psychopharmaka erst eine Indikation nach Ausschöpfung aller primären Therapiemassnahmen, z.B. Bestrahlung oder Opioide bei Krebs- schmerzen, Intervalltherapie bei Migraine, Entspannungstraining bei Spannungskopfschmerzen.

Ich habe die Medikamente wieder abgesetzt, weil sie mir nun neben den Schmerzen Unruige Beine, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verstopfungen, Benommenheit, Müdigkeit und Impotenz bescherten. Da lebe ich doch lieber mit Schmerzen.

Die Behandlung dauerte leider nur 12 Tage und ich wäre lieber noch länger geblieben, um diese Problematik evtl. mit anderen Medikamenten und Behandlungen in den Griff zu bekommen. Stattdessen wird man fast dazu genötigt, eine Verbesserung seines Zustandes anzugeben, weil die Kassen offensichtlich nur 14 Tage für stationäre Schmerztherapien vorgesehen haben. Das Ergebnis ist, dass mann nach einiger Zeit wieder von Vorne anfangen kann/ muss/ darf.

In zweierlei Hinsicht kontraproduktiv:

für den Patienten und für die Krankenkassen, die lieber mehrere 14-tägige Aufenthalte zahlen, statt eine Therapie zu übernehmen, die bis zu einer tatsächlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes des Schmerzpatienten führt.

Für den Patienten, der am Ende an multiblen Erkrankungen leidet, was die Kosten nach oben treiben düften.

Dec 23, 2016 4:00 AM

Hallo perrie

Da gehe ich mit dir konform. Habe ich auch erlebt in der Form, dass die psyche als Ursprung allen übels gestellt wurde ohne konkrete Abklärung des somatischen. Unfassbar wie lange ich nun Antidepressiva nehme, sicherlich zurecht da sich jahrelang eine rezidiv.Depressive Störung entwickelt hat, aber ohne mal somatischen Beschwerden die persistieren auf den Grund zu gehen. Die Diagnostik zu lupus kam durch meine Anregung erst in Betracht..
..

Dec 23, 2016 6:33 AM

Ich kann das Erlebte auch genauso nachvollziehen. Mir hat man bei der Schmerztherapie auch ein Antidepressiva geben und dann weiter verschrieben. Ich habe es zwar gut vertragen aber mein Neurochirug hat gesagt ich soll es wieder absetzen oder hilft mir das? Ich meinte nein es hilft nicht.
Bei mir wurde die Schmerztherapie auf 2,5 Wochen verlängert, aber selbst das war zu kurz.
Liebe Grüße Steffi

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