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Vorstellung und Leidensweg so kurz, wie es ging 😉

Mar 10, 2016 4:07 PM

Hallo zusammen, ich stelle mich heute mal bei Euch vor: Bin 40 Jahre alt, verheiratet seit 4,5 Jahren, keine Kinder, einen Malteser namens Peppels begleitet mich nun seit 8 Jahren.

Wie kam ich zu meiner Diagnose? Vorweg erkrankte ich im Jahr 2005 an einer autoimmunen Augenerkrankung (Uveitis) und da diese eigentlich eine rheumatische Nebenerkrankung ist, wurde ich erstmal von A-Z auf den Kopf gestellt. Nix, soweit gesund. Kein Bechterew, kein Rheuma, kein Ms, kein ich weiß nicht was. Sollte mich damals erfreuen. Meine EntzĂŒndungen habe ich nach jahrelangen rumprobieren mit Medikamenten jetzt im Griff. Dass ich hin und wieder am ganzen Körper Schmerzen hatte, ignorierte ich erfolgreich. Ich arbeitete draußen auf MĂ€rkten, egal welches Wetter. Ja Ausreden: es war zu kalt, es war zu nass, zu wenig Schlaf, usw. Die Schmerzen waren einen Tag da und am nĂ€chsten wieder weg. Im Mai 2013 gingen sie nicht mehr weg. Sie wurden immer schlimmer bis ich mich nur noch unter TrĂ€nen bewegte. Ich bin normal hart im nehmen, BandscheibevorfĂ€lle in der Hws und stĂ€ndig schoss die Hexe - dies kannte ich schon alles und hielt es aus. Aber der Höhepunkt im Mai brach mir definitiv das Genick. Mein Doc kam erstmal mit den ĂŒblichen Schmerzmitteln und nem Besuch beim OrthopĂ€den. Dieser veranlasste eine Knochenzynthiegrafie. Keine EntzĂŒndungen und er sagte sofort, dass ich nun seine 2. Patientin mit Fibromyalgie bin. Super, Schock, was ist das? Autodidakt, wie ich schon immer war, durchwĂŒhlte ich das Internet nach Antworten. Mein Hausdoc wurde nach weiteren diagnostischen Untersuchungen auch bestĂ€tigt in seiner Vermutung. Er kennt sich mit Fibromyalgie recht gut aus und lĂ€sst seitdem nix unversucht mich schmerzfreier zu bekommen. Mein Physiotherapeut bemerkte einen erhöhten Muskeltonus bei mir und eine grundsĂ€tzlich erhöhte Anspannung. Mein Hausdoc verschrieb mir auch Tillidin, es wirkte insoweit, dass ich zumindest erleichtert einschlafen kann. Machte eine Schmerztherapie, die nix brachte. Ok, zwei Depressionen hatte ich auch schon hinter mir, aber war nun auch schon 8 Jahre her. Mein Doc und ich entschieden uns fĂŒr eine psychosomatische Tagesklinik. Muss dazu sagen, dass ich leider auch posttraumatisch mehrfach belastet bin, unterdessen auch Panikattacken kennen lernen durfte. In der Klinik wurde mir bewusst, dass meine ersten 20 Lebensjahre eine Katastrophe waren und die Zeit von 2004 - 2006 bin ich bedingt durch meinen Expartner durch eine extrem psychische Hölle gegangen ( er ist manisch-depressiv). Alles zusammen genommen ergab meine schon immer bestehende erhöhte Grundanspannung. Meine Schmerzen fingen an zu pendeln. Dauerschmerzpegel war 7-8 und nun lag er 2015 zwischen 3-5. Konnte damit ganz gut umgehen. Job war weg, Austeuerung von der Krankenkasse folgte. Arbeitsamtgutachter entschied: Arbeiten geht gar nicht! Ok, Rentenantrag! Ach da war was, Reha vor Rente. Aus der Reha entlassen und nu seit 19.Januar bekomme ich Erwerbsminderungsrente. Nach der Reha geht es mir nun wieder schlechter. Pendelt zwischen 5-8. Ich werde wieder lange brauchen um meinen WohlfĂŒhlpegel erreiche.

Entschuldigt meinen langen Text, aber vielleicht findet sich der eine oder andere darin wieder. Wer mich etwas fragen möchte, immer her damit. Jetztige Medi's: 225 mg Venlafaxin, 7,5 mg Cortison Erhaltungsdosis fĂŒr die Augen, Tillidin, Novalgin, Ibuprofen auf Bedarf, Promethazin auf Bedarf. Ach so, ja mein Vitamin D liegt bei 15, also auch zu tief.

Ich freue mich auf regen Austausch. Danke fĂŒrs Lesen!

Jun 16, 2017 12:37 PM

Hallo Sunny0706, ich weiß, Dein Beitrag ist schon ziemlich lange her, aber ich war auch lange nicht auf dieser Seite unterwegs. Nun finde ich mich in Deiner Geschichte irgendwie wieder und möchte Dich einiges fragen: Ich leide auch seit einigen Jahren unter Fibromyalgie und habe etliche BandscheibenvorfĂ€lle in allen Bereichen der WirbelsĂ€ule, Depressionen etc. Es gibt keinen Tag, der schmerzfrei oder auch nur weniger schmerzhaft ist, d.h. ich stehe morgens mit Schmerzen auf und gehe abends mit Schmerzen ins Bett. Nun bin ich von der Krankenkasse ausgesteuert, der Ärztliche Dienst der Arbeitsagentur hat meine "ArbeitsfĂ€higkeit" auf unter 15 Wochenstunden eingestuft. Nun habe ich von der Arge auch eine Aufforderung erhalten, einen Rehaantrag zu stellen. Macht hier eine Reha ĂŒberhaupt Sinn und wer bezahlt diese nach der Aussteuerung? Wie war der Weg bei Dir bis zur Erwerbsminderungsrente - war hier die EinschĂ€tzung der Reha-Ärzte maßgeblich und hat man Dir bereits in der Reha mit dem Antrag geholfen? Man hört doch immer wieder, dass man so schlechte Chancen hat, eine Erwerbsminderungsrente zu bekommen, deshalb wundert es mich, dass es bei Dir anscheinend so schnell ging. Ich bin ziemlich verzweifelt, weil niemand einen berĂ€t, wie man sich am Besten verhĂ€lt und wie es weiter gehen könnte.
Ich hoffe, inzwischen geht es Dir zu Hause gut und Du kommst mit Deinen Erkrankungen zurecht. Ich wĂŒrde mich freuen, von Dir zu hören - vielleicht kannst Du mir etwas weiterhelfen.
Liebe GrĂŒĂŸe
Lotta

Jun 26, 2017 12:46 AM

Hallo liebe LeidensgefĂ€hrten, hat jemand Erfahrungen betreffs Aussteuerung, Reha und Rente, so wĂ€re es schön, wenn ihr dazu etwas schreiben könntet, denn irgendwie ist man da total auf sich gestellt und weiß nicht, wie der richtige Weg ist. Mein Problem habe ich oben bereits geschildert. WĂ€re schön, von Euch zu hören.
Liebe GrĂŒĂŸe
Lotta

Jun 29, 2017 4:29 PM

Hallo Lotta, auch mich hat man auf das Abstellgleis gestellt. Mein Weg begann eigentlich halbwegs einfach. 1999 hatte ich meinen ersten Bandscheibenvorfall (lws) . Die Ärztin (FA fĂŒr Physiotherapie) brauchte mich nicht groß ansehen um diese Diagnose zu stellen. Bis dato war ich der Meinung das es eine Altweiberkrankheit sei. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Erst wĂŒrden alle konservativen Behandlungen durchgefĂŒhrt. Ein halbes Jahr spĂ€ter habe ich mich auf eigene Verantwortung gesund schreiben lassen. Du weißt schon, alleinerziehend , Geld verdienen. Fast ein Jahr habe ich durchgehalten, dann hat es mich um so hĂ€rter erwischt. Mit LĂ€hmung im li Bein und mit BlasenlĂ€hmung. OP, Reha, Medikamente. Erst war es besser und dann wieder schlimmer. Kryothetapie, Spritzen, Physio, Medikamente. Dann wieder OP ---Narbengewebe hatte sich gebildet und Ente den Nerv ein. Es wurde eine Folie um den Nerv gelegt um ihn vor wiederkehrenden Narbengewebe zu schĂŒtzen. Ein Jahr und eine Depression spĂ€ter, immer noch im Krankenstand. Der nĂ€chste Vorfall in der HWS mit LĂ€hmung im li Arm. Also OP und alles wie bei der Lws. Habe auch eine Schmerz/Verhaltensthetapie gemacht. Jetzt wurde ich auch arbeitslos, da ersichtlich war das ich nicht mehr in der ambulanten Pflege arbeiten kann. Das Arbeitsamt verlangte von mir das ich einen Rentenantrag stelle, da ich sowieso nicht vermittelbar bin. Das zog sich alles so zwei Jahre hin und ich kann dir sagen den Nervenkrieg kann keiner wieder gut machen. So manchen Tag wußte ich nicht was ich meinen Sohn zu essen machen sollte. Vom jobcenter habe ich zwar Geld bekommen aber zwischendurch haben die mich einfach raus geschmisse, oder einfach zur "Kur" geschickt obwohl ich garnicht war und noch ein paar solcher Sachen. Zwischendurch wanderte ich von einem Gutachter zum anderen. Dann kam irgendwann die Ablehnung des Rentenantrages und ich bin in Widerspruch gegangen. Es hat nicht lange gedauert und dann kam der Rentenbescheid --rĂŒckwirkend vom tag der Antragstellung. Die Ämter mussten sich dann untereinander, die fĂŒr mich ausgegebenen Gelder zurĂŒck erstatten und dann war es endlich vorbei. Leider nur der Ämterkram, die schmerzen sind geblieben und noch schlimmer. Ich weiß das ist jetzt recht viel auf einmal aber ich bin in Gedanken den ganzen Weg noch einmal gegangen. Es war schon sehr Nerven aufreibend, zumal man ja auch nebenbei noch gesund werden wollte. Wenn du noch fragen haben solltest und magst kannst du mich gerne kontaktieren. Alles gute und eine Schmerzarme gute Nacht. 🐝

Jul 03, 2017 2:17 AM

Liebe HummelBiene,

ich danke Dir, daß Du Dir die Zeit genommen hast, mir auf meine Fragen zu antworten und Deinen Weg aufzuzeigen. Ich kann mir wirklich gut vorstellen, daß das alles sehr nervenaufreibend fĂŒr Dich war und vor allem, wenn man eh' schon krank ist, wahnsinnige Schmerzen hat, nicht weiß, wie es weiter geht und der Rentenantrag zunĂ€chst abgelehnt wird, so dass man auch noch klagen muss. Dazu dann auch noch die finanziellen Probleme ..

Ja, ein paar Fragen hĂ€tte ich noch an Dich: Wie schon geschrieben, bin ich nun nach ĂŒber eineinhalb Jahren Krankheit ausgesteuert. Vom Arbeitsamt habe ich lediglich ein Blatt bekommen "Antrag auf Reha/Teilhabe am Arbeitsleben", das ich auch ausgefĂŒllt und wieder abgegeben habe, weil man ansonsten wohl eine Sperre bekommt. Dieses Blatt bekommt dann wohl die Rentenversicherung. Aber welchen Sinn macht hier noch eine Reha, denn das Übergangsgeld, was man wĂ€hrend der Reha bekĂ€me, fĂ€llt ja auch mit in die 78 Wochen Krankengeld. Auch habe ich gelesen, dass dieser formlose Antrag u. U. in einen Rentenantrag "umgewandelt" werden kann - dann muss doch aber sicher noch ein "richtiger" Antrag gestellt werden? Und welchen Einfluss hat das Gutachten des Ärztlichen Dienstes des Arbeitsamtes bei der Rentenversicherung? Wie geschrieben, ist meine "ArbeitsfĂ€higkeit" auf unter 15 Wochenstunden gesunken und damit bin ich nicht arbeitsfĂ€hig - wie auch, bei neun BandscheibenvorfĂ€llen, Schmerzen ohne Ende, mit Medikamenten vollgedröhnt, Depressionen ..., aber das kennst Du ja.
WĂŒrde mich sehr freuen, wieder von Dir zu hören. Hab heute einen schönen Tag und sei ganz herzlich gegrĂŒĂŸt
Lotta

Aug 26, 2017 12:59 AM

Ich kenne das auch nur zugut !!!

Aug 26, 2017 1:03 AM

Hab bis nÀchstes Jahr mai auch volle Erwerbs geminderten Rente auf Anhieb bekommen

Aug 26, 2017 1:05 AM

Habe immer Restharn und starke Schmerzen!!!

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